Wie haben unsere Vorfahren ohne Lebensmittelampel und mit Gluten überlebt?



Heute Morgen dachte ich darüber nach, woher der erste Mensch auf der Erde wohl wusste, wie er sein Leben zu führen, sich zu ernähren und sich vor Katastrophen zu schützen hatte, so ganz ohne korrupte Politiker und „Wissenschaftler“, die ihm vorschrieben, was er zu tun und zu lassen habe? Irgendwie muss er es ja überlebt haben, sonst wäre er längst ausgestorben und wir wären heute nicht da.

Woher wusste der Mensch früher, was ihm guttat, und wovon er sich lieber fernhalten sollte? Gab es damals auch einen „Lauterbach“, der ihm Studien vorlegte und ihn warnte und mahnte, was das Zeug hält?

Wohl kaum! Der Mensch wusste selbst, was ihn diente und was gefährlich war, bis eine kleine Gruppe dahinter kam, wie sie Menschen durch Angst klein halten und unterdrücken kann. Er wusste ganz genau, wovon er sich ernähren sollte, bis die großen Konzerne kapiert haben, welchen großen Profit sie davon haben werden, wenn sie den Menschen diktieren, was ihnen guttäte.

Eine Katze, die nicht einmal lesen und schreiben kann, weiß von alleine, wovon er sich ernähren sollte. Sie braucht keine Wissenschaftler, die ihr eine Diät erstellen. Was ihr nicht guttut, isst sie nicht. Selbst eine Fliege, die nicht einmal genug Zeit auf der Erde hat, um Erfahrungen zu sammeln, weißt, wie sie ihr Leben zu führen hat. Nur der von sich und seinen Fähigkeiten überzeugte Mensch mit seinem Riesenego gibt sich unmündig und benötigt für jeden kleinen Schritt in seinem Leben einen Berater, Bedienungsanleitungen, Politiker, Führer, Gurus und Kurse. Neulich kaufte ich mir eine Ananas. Oben auf dem Zipfel fand ich ein kleines zusammengefaltetes Büchlein: die Bedienungsanleitung zum Verzehr einer Ananas. Hört sich lächerlich an, aber ich kenne tatsächlich Menschen, die sich so eine Anleitung zum Schneiden der Früchte wünschen.

Schildkröten legen ihre Eier alleine. Das Eierlegen ist eine sehr anspruchsvolle Arbeit, die sich manchmal über Tage hinwegzieht. Die Temperatur des Sandes so wie die Tiefe des Loches spielen eine wesentliche Rolle dafür, ob die Eier es überleben. Doch die Mutter weiß ganz genau, was zu tun ist und kriegt es alleine hin. Die Elefanten gebären auch eigenständig. Sie benötigen weder eine Hebamme noch einen Frauenarzt. Aber weder die Schildkröte noch der Elefant helfen irgendwelchen Menschen, reich zu werden. Nur der Mensch ist für alles auf irgendjemanden angewiesen und glaubt dabei, das Ende der Evolutionskette zu sein, das Ziel der Schöpfung.

So wie die Tiere war auch der Mensch früher sehr selbstständig. Kinder wurden zu Hause geboren, jeder wusste selbst, was ihm guttat, wovon er sich ernähren sollte, weil er – wie die Tiere – eine Intuition besaß und seiner inneren Stimme nahe stand, bis jemand dahinter kam, welches große Nutzen er davon hat, wenn er den Menschen seinen Sinnen wegnimmt und ihm dafür Anleitungen, Gesetze und Vorschriften gibt, die ihn unmündig und klein machen.

Unsere Vorfahren lernten durch die Erfahrung. Wenn sie etwas Neues entdeckten, dann lernten sie es langsam und vorsichtig kennen. Wenn es sie diente, dann stellten sie es ihren Mitmenschen vor. Es gab die Intuition, die sie führte und ein Grundvertrauen in sich selbst und in einander.

Hier auf dem Jakobsweg gibt es eine Maracuja ähnliche Frucht. Vor zwei Jahren, als ich die Wallfahrt machte, stellte ein älterer Mann mir die Fruchtsorte in Zeichensprache vor. Im Vertrauen zu ihm probierte ich sie und fand sie köstlich. Letztes Jahr sammelte ich einige on der Fruchtsorte im Wald und gab sie den Pilgern im Haus zu probieren.

"Wenn sie giftig ist?!", fragte einer von ihnen.

"Dann wäre ich längst tot, weil ich schon mehrere davon gegessen habe", erwiderte ich.

Niemand traute sich die Frucht auszuprobieren.



Jedes Mal, wenn ich wilde Minze oder Rosmarin aus dem Wald oder gar dem Garten sammle, muss ich mir von meiner Vermieterin anhören: "Und wenn das Zeug giftige Kräuter ist und dich tötet?"

Tonnenweise gute Früchte fallen jährlich auf den Boden, ohne benutzt zu werden, weil dem Menschen beigebracht wurde, "das gesunde Essen" gibt es nur im Supermarket.

Und so kam, dass der Mensch verloren ging unter endlosen, widersprüchlichen Informationen, Lügen, Gesetze, Gebote, Verbote und seine innere Stimme immer weniger wahrnahm. Und jetzt braucht er für alles eine Hand, die ihm führt. Jetzt freut er sich auf die grüne Lebensmittelampel, die ihm erlaubt gewissen Dinge zu essen und auf andere zu verzichten. Jetzt freut er sich darüber, wenn er ein Restaurant betritt und veganes und glutenfreies Essen bestellen kann. Jetzt kann er sich erleichtert aufs Sofa lehnen und den Anweisungen aus dem Fernseher folgen, ohne darüber nachdenken zu müssen, inwiefern sie nützlich oder gar wahrhaftig sind, während man ihm glaubhaft gemacht hat, er sei erfolgreicher und fortgeschrittener als seine Vorfahren, weil sein Haus aus Zement gebaut ist und nicht aus Stroh, weil er ein Auto fährt und keine Karren, weil er ein Handy besitzt und sich nicht mehr per Tauben, Rauch oder Briefe kommunizieren muss, weil er sich von einem Navi führen lässt und nicht mehr den Sternen im Himmel folgen muss.

Ob das wohl ein Fortschritt oder eher ein Rückschritt in der Evolution ist?


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Zur Autorin


Sara Sadeghi, geb. 1984 in Isfahan, Iran, wanderte Ende 2001 mit ihrer Familie nach Deutschland ein, wo sie nach ihrem Abitur erst an der Universität Freiburg Physik und Mathematik und später an der Hochschule Ludwigsburg Erziehungswissenschaften, Psychologie und Philosophie studierte. Im April 2014, während einer persönlichen Krise, beschloss sie eine dreimonatige Reise zu unternehmen, in der Hoffnung, die Distanz zum Alltag würde ihr helfen, ihre Probleme zu bewältigen. Doch, wie das Schicksal es wollte, wurde aus dem geplanten „Kurztrip“ eine Weltreise, die bis heute andauert. Ein Trip, der als eine Erkundungsfahrt durch die Welt geplant war, entwickelte sich nach und nach zu einer transformativen inneren Reise, auf der sie sich selbst jeden Tag neu begegnete, ihre Schatten- und Lichtseiten kennenlernte und zu guter Letzt das Reich der Seele erreichte. Die 37-jährige Freiheitsliebhaberin arbeitet heute als zertifizierter Coach für psychische Gesundheit, Spiritualität und Bewusstsein, Energietherapeutin und Autorin bei Spirit-Online Magazin und hat bereits hunderte von Menschen mit ihrer Geschichte inspiriert und geholfen. In ihrem Buch „Das kleine, schwarze Fischlein – a diary“ berichtet sie über ihre Transformation vom Schatten ins Licht, von der Raupe in einen Schmetterling und über ihren Selbstfindungsprozess und die Herausforderungen, die ihr auf diesem Weg gestellt wurden.​



Klappentext


„Ich hab‘ alles auf Rot gesetzt und das Rad hielt bei Schwarz an. Ich hab‘ verloren“, geht der 34-jährigen Langzeitreisende Sara durch den Sinn, während sie am Flughafen in Kuala Lumpur steht und die auf- und absteigende Flugzeuge beobachtet. Was ist der Preis für Freiheit und wie weit würdest du gehen, um deinen Herzenswunsch zu erreichen? Bist du bereit, alles aufzugeben; das Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität, Gewissheit, und dich von allen konventionellen Werten, Vorstellungen und gesellschaftlichen Erwartungen zu lösen, wenn dein Herz es von dir verlangen würde, wenn das der einzige Weg zur Liebe wäre? Das kleine, schwarze Fischlein handelt von der inneren Reise einer gebürtigen Iranerin, die auf der Suche nach Freiheit und wahrer Liebe, sich selbst verliert und (wieder) neu findet. Mit viel Offenheit und Ehrlichkeit berichtet sie von den Herausforderungen, die ihr auf diesem Weg gestellt werden, und von der dunkelsten Zeit ihrer Reise. Hat sie wirklich verloren?